Vortrag: Mensch und Natur – Zum gelungenen Umgang mit der Natur


„Die Lebenskräfte von Himmel und Erde, die miteinander in Verbindung getreten sind, haben einen Namen: das ist der Mensch.“ (Suwen)

In der chinesischen Philosophie ist die Denkrichtung des Daoismus wegweisend für das Verhältnis von Mensch und Natur.  Im Daoismus ist der Mensch nicht Herrscher über die Natur. Vielmehr dient der Makrokosmos – in Gestalt der Natur mit all ihren Phänomenen, Gesetzmäßigkeiten und Prozessen – als Vorbild für den Menschen, sei es in politischer, medizinischer oder gesellschaftlicher Hinsicht. Ausgehend von dieser Einsicht sowie dem  Konzept des dao („Weg“)  und der polaren Kräfte yin und yang werden wir uns dem chinesischen Konzept des  wuwei – „Nicht-Eingreifens“ – nähern.

Denn dieses ist auf der einen Seite die Leitlinie für einen angemessenen und sinnvollen Umgang mit der Natur, der auch und gerade im Hinblick auf den Klimawandel nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Auf der anderen Seite ist die Praxis des wuwei Ausdruck einer philosophischen Haltung, die eine neue Perspektive sowohl auf das individuelle wie auf das gesellschaftliche Handeln zu eröffnen vermag.

Referentin: Frau Dr. phil. Dr. rer. med. Dominique Hertzer

 

Vortrag im Rahmen der Landesgartenschau 2021

 

Freitag. den 25. Juni 2021, 17:45 – 19:15 Uhr

Der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

 

Zur Person Frau Dr. Dr. Dominique Hertzer:

Dominique Hertzer hat 1993 im Fach Sinologie über den Textfund des Yijing aus Mawangdui Yijing promoviert und sich in ihrer zweiten Promotion (2005) im Fach „Theoriebildung in der Medizin“ mit dem unterschiedliche Leib-Seele bzw. Körper-Geist Verhältnis in China und dem Abendland beschäftigt. Seit 1997 ist sie als Heilpraktikerin in eigener Praxis für TCM in Utting am Ammersee tätig und seit 2013 führt sie ferner eine Philosophische Praxis. Sie ist Lehrbeauftragte an der LMU München sowie den Universitäten Göttingen und Oldenburg und ist Gastwissenschaftlerin am CeMEAS (Centre for Modern East Asian Studies) der Universität Göttingen. Forschungsschwerpunkte sind Chinesische Medizin, Daoismus, Philosophische Praxis sowie das Verhältnis von Philosophie und Medizin.